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Lesung Dr. Gerd Reuther: " Der betrogene Patient"

Kostenlose Lesung am 21.11.2017 in Johannisthal

Ein Arzt deckt auf, warum Ihr Leben in Gefahr ist, wenn Sie sich medizinisch behandeln lassen.
Der Vortrag ist kostenlos!

Wir bitten um Voranmeldung Tel.: 09264/6560 -da nur begrenzte Teilnehmerzahl
Wann: 21. November 2017
um 18:30 Uhr
Ort: Kulturraum Johannisthal, Kanzleistraße 43, 96328 Küps/Johannisthal

Über den Autor

Gerd Reuther, Jahrgang 1959, Facharzt mit Lehrbefugnis für Radiologie, seziert nach 30 Berufsjahren die Aktivitäten seines Berufsstandes nicht ohne Polemik. Als diagnostischer und interventioneller Radiologe ist er ein Vertreter des letzten Querschnittsfaches in einem subspezialisierten Gewerbe, in dem sich inzwischen Therapeuten Patienten suchen. Nach leitenden Positionen in 3 verschiedenen Kliniken analysiert er schonungslos die heutige Medizin von innen und zieht seine radikalen, aber unvermeidbaren Schlussfolgerungen für eine bessere Medizin.

In einem MedizinerInnenleben gewöhnt man sich an so Manches: verstümmelnde Operationen ohne zwingenden Grund oder die Verordnung giftiger Substanzen ohne erwiesenen Nutzen. Der Radiologe Gerd Reuther hat sich in 30 Berufsjahren nicht an alles gewöhnen wollen, was als „state of the art“ bezeichnet wird. Seine Auseinandersetzung mit Prinzipien und Strukturen unserer heutigen Medizin gerät damit zu einer veritablen Kritik der medizinischen Unvernunft, deren Grundsätzlichkeit einen Vergleich mit den Kant’schen Kritiken nicht unbedingt scheuen muss.

Der Autor arbeitet in einem Prolog und 9 Kapiteln heraus, auf welch tönernen Füßen auch unsere heutigen Formen der Behandlung stehen. Evidenzbasiert ist das Wenigste. Diagnosen charakterisieren nur selten Krankheitsbilder von den Ursachen her, sondern sind meist nur Beschreibungen von Krankheitsfolgen und Konstellationen von Symptomen. Auch vermeintliche pathophysiologische Konzepte sind selten mehr als Mutmaßungen ohne naturwissenschaftliche Belege. Oft genug sind die Konstrukte durchsichtige Rechtfertigungen für die Anwendung bestimmter Pharmaka. In dieser Hinsicht wirft der Autor zwingend die Frage auf, wieso das Immunsystem als evolutionär erprobtes System der Selbstheilung zum bevorzugten Angriffspunkt der Pharmakologie geworden ist. Das gesamte Konzept „autoimmuner Erkrankungen“ wird dadurch zu einer höchst fragwürdigen Krankheitskategorie. Ebenso die bevorzugte Suche nach genetischen Ursachen von Krankheiten. Anhand plausibler Studien und Abschätzungen konstatiert der Autor eine falsche Verortung der meisten Krankheitsursachen. Tatsächlich sind neben Suchtgiften Umweltgifte und iatrogenen Beschädigungen als häufigste Ursachen von Krankheit und Tod anzunehmen.

Obwohl der Text terminologisch so weit entschärft ist, dass es auch für interessierte Laien verständlich ist, handelt es sich um eine Fundamentalkritik unseres heutigen Medizinbetriebs, mit der sich jeder aktiver Mediziner auseinandersetzen sollte. Der stetig fortschreitenden Subspezialisierungen, der Aktionismus, ökonomische Fehlanreize und auch der Service-Anspruch vieler Patienten entgehen der Analyse nicht. Im abschließenden Kapitel, aber auch als Fazit nach jedem Kapitel hat der Autor konstruktive Vorschläge parat, auch wenn diese derzeit kaum Chancen auf eine Umsetzung haben.

Achtung! Dieses Buch kann Ihre Zuversicht in eine medizinische Behandlung gefährden.

Nie waren die Heilungsversprechen größer als heute und doch ist die ärztliche Behandlung zu unserer häufigsten Todesursache geworden. Wer den Therapieempfehlungen der Mediziner rückhaltlos vertraut, schadet sich häufiger, als er sich nützt. Überdiagnosen und unnötige Therapien prägen die medizinische Unvernunft. Erschreckend viele Behandlungen der heutigen Schulmedizin sind ohne nachgewiesene Wirksamkeit. Allzu oft wären das Abwarten des Spontanverlaufs oder Veränderungen des Lebensstils wirksamer und nachhaltiger. Die Entscheidung, ob man überhaupt behandeln soll, ist wichtiger als, welche Behandlung man wählt.

Schonungslos seziert Dr. med Gerd Reuther nach 30 Jahren Erfahrung seinen Berufsstand. Er deckt auf, dass die Medizin häufig nicht auf das langfristige Wohlergehen der Kranken abzielt. Seine Abrechnung ist aber nicht hoffnungslos, denn erzeigt auch auf, wie eine neue, bessere Medizin aussehen könnte. Sie müsste mit einer anderen Vergütung medizinischer Dienstleistungen beginnen und das Geld dürfte nicht mehr über Leben und Tod bestimmen. Mit der Expertise eines Mediziners geschrieben, verliert das Buch trotzdem nie den Kranken aus dem Blick. Durch seine präzise Analyse der herrschenden Verhältnisse wird das Buch zu einer Überlebensstrategie für Kranke, die ihr Leid nicht durch Medizin vergrößern wollen.